Mittwoch, 24. September 2025, 18 Uhr Kommunalkino City46 Birkenstr. 1, 28195 Bremen in Anwesenheit aller Filmemacher:innen
„Wie kann Kunst soziale Räume erobern und wie lassen sich gemeinsam Utopien denken?“, fragt der Verbund Bremer Kultureinrichtungen Stadtkultur Bremen im Rahmen der Film- und Diskussionsveranstaltung Soziokultur Adhead. Antworten sollen die zwei im Bundesprojekt UTOPOLIS entstandenen Dokumentarfilme liefern:
Ein Soziokulturelles Mosaik
R: Julian Elbers, 22:53 Minuten, DE 2023
Über ein Jahr habe ich die Kunstwerkstätten, Proben, Feste und Aufführungen im Bremer Liegnitzquartier begleitet. Ob und wie Kunst den Alltag der Menschen in einer der ärmsten Wohngegenden Deutschlands kurzfristig oder sogar nachhaltig verändert, zeigen und erzählen uns die Anwohner:innen sowie Aktiven persönlich.
Variete Utopolis
R: Matthias Coers, 98 Minuten, DE 2024
Variete Utopolis vom Berliner Filmemacher Matthias Coers nimmt die Zuschauer:innen mit auf eine Reise durch 16 innerstädtische Quartiere in ganz Deutschland und zeigt, wie Kunst und Kultur als Feuerlöscher gegen soziale Armut antreten.
Dienstag, 22. April 2025, 17:30 Uhr Kommunalkino City46 Birkenstr. 1, 28195 Bremen in Anwesenheit aller Filmemacher:innen
Drei Filmemacher:innen – Anna Witt (Wien), Sebastian Eschenbach (Uckermark) und Julian Elbers (Bremen) – zeigen aktuelle dokumentarisch-essayistische Kurzfilme aus und über Gröpelingen.
BOND (DE 2023, R: Anna Witt & Jugendforum Gröpelingen)
Die Filme zeichnen ein facettenreiches Bild des Stadtteils und setzen der oft problemzentrierten Berichterstattung authentische Perspektiven entgegen.
Hannelore (DE 2024, R: Sebastian Eschenbach)
Eintritt frei
Im Anschluss diskutieren Bewohner:innen und Aktive aus Gröpelingen sowie Gäste aus Verwaltung und Medien über die Darstellung des Stadtteils und Möglichkeiten, Vorurteile aufzubrechen. Die Moderation verantwortet Dr. Martina Grimmig (Forschungswerkstatt Gröpelingen).
Subalternität und Video (DE 2020, R: Julian Elbers)
Die Ethnologin Dr. Martina Grimmig lehrt an der Universität Bremen am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft und erprobte über einen Zeitraum von vier Jahren im Projekt ForschungswerkStadt Gröpelingen neue Methoden der Wissensproduktion über Globalisierung, Migration und Arbeit in einer superdiversen Stadtgesellschaft.
Als Moderatorin der offenen Diskussion im Anschluss an das Filmprogramm bringt sie ihre wissenschaftliche Expertise zu ethnografischen Methoden, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Prozessen politischer Teilhabe ein.
Anna Witt
Die Künstlerin Anna Witt (Wien / Berlin) setzt sich in ihren Werken mit gesellschaftlichen Strukturen, Arbeitswelten und partizipatorischen Prozessen auseinander, wobei sie oft performative und videobasierte Formate nutzt.
BOND (DE 2023, R: Anna Witt & Jugendforum Gröpelingen)
BOND: 28 Minuten
Für den Film BOND arbeitete Witt in Kollaboration mit den Mitgliedern des Jugendforum Gröpelingen zur Geschichte der Arbeitskämpfe im Stadtteil sowie den Themen Multikulturalität, Revolution und Identität. Der Film ist anlässlich der Ausstellung „Generation* Jugend trotz(t) Krise“ in der Kunsthalle Bremen entstanden und wurde bereits beim Filmfest Kassel und dem Reisenden Freiluftkino ausgezeichnet.
Jugendforum Gröpelingen
Das Jugendforum Gröpelingen ist der freie Zusammenschluss der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Stadtteil. Gemeinsam vertreten sie nicht nur die Bedürfnisse und Forderungen der jungen Bewohner:innen gegenüber des Stadtteilbeirats, sondern realisieren auch Veranstaltungen und Aktionen im Stadtteil und umzu.
BOND (DE 2023, R: Anna Witt & Jugendforum Gröpelingen)
Sebastian Eschenbach
Der ethnografische Filmemacher Sebastian Eschenbach (Uckermark) setzt sich in seinen Dokumentarfilmen mit historischen und künstlerischen Themen auseinander. Seine Filme entstehen in Zusammenarbeit mit Museen, Stiftungen und Universitäten.
Nachbar:innen (DE 2024, R: Sebastian Eschenbach)
Film Skizzen: 19 Minuten
Anlässlich des Seminarprojekts „Platz schaffen für Geschichten, Gemeinschaft und Grün“ der ForschungswerkStadt Gröpelingen entwickelten Sebastian Eschenbach und Martina Grimmig insgesamt sechs kurze, filmische Skizzen rund um den zentralen Bürgermeister-Ehlers-Platz, auf dem der Gröpelinger Wochenmarkt sowie die jährliche Kirmes stattfinden.
Der Bürgermeister-Ehlers-Platz ist auch einer von zwei Piloträumen am Bremer Standort des EU-Interreg-Projekts Biodiverse Cities, an dem die ForschungswerkStadt Gröpelingen beteiligt ist.
In den drei gezeigten Kurzfilmen HANNELORE, ANDREAS und NACHBAR:INNEN verbringen die Zuschauer:innen jeweils ein Stück des Alltags zusammen mit den Nutzer:innen und Anwohner:innen, um auf diese Weise viel über Nachbarschaft, Wünsche und Lebensgeschichten zu erfahren.
Andreas (DE 2024, R: Sebastian Eschenbach)
Julian Elbers
Die Kurzfilme von Julian Elbers fokussieren Persönlichkeiten und Gruppen, deren Wünsche, Probleme und Alltage oft übersehen werden. In Kollaboration mit Künstler:innen, Institutionen und Jugendlichen entstehen so Kurzfilme, die aktuelle gesellschaftliche und persönliche Fragestellungen thematisieren.
Subalternität und Video (DE 2020, R: Julian Elbers)
Video und Subalternität: 18 Minuten
Mit Interviews, Straßenaufnahmen und Found Footage wird eine dichte, filmische Beschreibung des Bremer Stadtteils Gröpelingen unternommen. Wie können die Stimmen der vielen subalternen Bewohner:innen aus dem sog. „Problemstadtteil“ hörbar und auf diesem Weg demokratische Teilhabe neu gedacht werden?
Subalternität und Video (DE 2020, R: Julian Elbers)
Wie sich Quartiere entwickeln und welche Veränderungen sich ihre Bewohner:innen wünschen, portraitiere ich seit mehr als zehn Jahren als Filmemacher.
Soziale und urbane Räume
Mit einer zweiten Retrospektive gestalte ich eine Reise durch innerstädtische Quartiere, deren Zusammenleben noch heute geprägt von den Anwerbeabkommen der 1960er und dem wenige Jahrzehnte später beginnenden Strukturwandel in Oberhausen und Bremen sind. Die Auswirkungen auf die sozialen und urbanen Räume versuche ich durch die Bilder und Protagonisten nachzuzeichnen.
Die Gesamtlänge des Filmprogramms beträgt 65 Minuten. Snacks und Getränke gegen Spende.
Strukturwandel, Stadtentwicklung und Kunst
Ein Filmabend über das Hier und Jetzt superdiversifizierter Communities nach dem Niedergang der Montan- und Werftenindustrie.
Ein soziokulturelles Mosaik (DE 2023, 23 Minuten)
Bereits im November 2024 durfte ich als ehemaliger Teilnehmer einen Abend mit Kurzfilmen von mir aus meiner Zeit beim medienpädagogischen Jugendprojekt Presseklub Oberhausen e.V. und der Zeit danach kuratieren. Die Filme der Retrospektive II zeigen nun meinen gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkt: Stadtentwicklung, interkulturelles Zusammenleben und Kunst.
Mit im Programm ist mein Film über die Wiederbelebung des Saporoshje-Platz und des Bert-Brecht-Quartiers aus 2014: „Platz da, Rapunzel“.
Platz da, Rapunzel (DE 2014, 5 Minuten)
Außerdem zeige ich den Beitrag zum 150-Jahre-Oberhausen-Jubiläum 2012 „Von Gestern bis Morgen – Stimmen einer Stadt“, in dem ich persönliche Straßeninterviews zu einem facettenreichen Abbild der Stadt künstlerisch verdichtete.
Stimmen einer Stadt (DE 2012, 5 Minuten)
Die weiteren Filme, die gezeigt werden, sind in meiner Wahlheimat Bremen entstanden. Hier forsche ich filmisch in einem Quartier, das ähnlich wie Oberhausen und das Ruhrgebiet stark vom Strukturwandel geprägt ist. Es ist der Stadtteil Bremen-Gröpelingen, der sich seit den 1980ern durch den kompletten Wegfall der Arbeitsplätze in der niedergegangenen Werften-Industrie wandelt.
Ein soziokulturelles Mosaik (DE 2023, 23 Minuten)
Im Rahmen der Langzeit-Doku „Ein soziokulturelles Mosaik“ (23 Minuten) habe ich den Bremer Träger eines soziokulturellen Bundesprojekts begleitet, in dem durch künstlerische Werkstätten Bürger:innenbeteiligung und demokratische Strukturen gefördert werden sollten.
Ein soziokulturelles Mosaik (DE 2023, 23 Minuten)
Dieses Bundesprojekt wurde in NRW durch das Oberhausener Projekt Freie Universität von kitev umgesetzt. Dadurch kommt auch die Kooperation mit kitev beim Kurzfilmabend am 9. März zustande. In dem Film werden verschiedene Formate und Aktionen gezeigt, wie das Miteinander in Quartieren belebt und niederschwellig der Zusammenhalt gefördert werden kann.
Außerdem geht es in dem 18-minütigen Essayfilm Video und Subalternität, meiner Bachelor-Arbeit im Studiengang Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaft, darum, wie durch Videoarbeit die Stimmen von Minderheiten in internationalen Quartieren sicht- und hörbar gemacht werden können.
Video und Subalternität (DE 2020, 18 Minuten)
Der Film polarisiert, weil er aufdeckt, vor welchen Herausforderungen Migrant:innen stehen und dass es tödlich sein kann, wenn Behörden und die Polizei mit vorgefertigten Bildern in Quartieren mit niedrigen Sozialkriterien und hohem Anteil von Migrant:innen agieren.
Ein soziokulturelles Mosaik (DE 2023, 23 Minuten)
Gerade im Hinblick auf den wachsenden Faschismus in der EU und in Deutschland in diesen Tagen soll der Abend mit unterschiedlichen Kurzfilmen neue Bilder und Stimmen von Menschen liefern, die viel zu oft übersehen werden und regelmäßig in öffentlichen Diskursen nicht zu Wort kommen bzw. zum Objekt von populistischen Abschiebebestrebungen werden.